Battery Revenue Index: 7 Erlösindizes für Batteriespeicher

Auf einen Blick

Sieben Erlösindizes bilden den deutschen Speichermarkt ab, sie messen aber nicht dasselbe

Ein Erlösindex simuliert einen Referenzspeicher auf historischen Marktdaten. Er bildet keine realen Abrechnungen ab.
Vier der sieben Indizes sind frei zugänglich, drei ganz oder teilweise kommerziell.
Abweichungen entstehen durch Systemdauer, Wirkungsgrad, Zyklenzahl und Marktabdeckung.
Nur ein einziger Index bildet Speicher im Verbund mit einer Erzeugungsanlage ab.

Wer sich mit Investitionen in Batteriegroßspeicher beschäftigt, stößt früher oder später auf Zahlen zu erzielbaren Erlösen. Mal ist von Werten je Megawatt und Jahr die Rede, mal von Tageserlösen, mal von rollierenden Jahresdurchschnitten. Auffällig ist, dass diese Zahlen für denselben Zeitraum teils deutlich voneinander abweichen. Das liegt selten daran, dass eine Quelle falsch rechnet. Es liegt daran, dass sie unterschiedliche Fragen beantworten.

Anders als eine Photovoltaikanlage mit fester EEG-Vergütung hat ein Batteriespeicher keine gesetzlich definierte Erlösquelle. Seine Erträge entstehen ausschließlich aus der Teilnahme an Märkten, deren Preise sich stündlich und teils viertelstündlich ändern. Damit fehlt eine natürliche Vergleichsgröße. Genau diese Lücke füllen Erlösindizes: Sie simulieren einen definierten Referenzspeicher auf historischen Marktdaten und zeigen, welche Erlöse dieser Speicher theoretisch hätte erzielen können.

Dieser Beitrag beschreibt die sieben derzeit relevanten Indizes für den deutschen Markt, erklärt ihre jeweilige Methodik, zeigt auf, warum ihre Werte auseinanderlaufen, und beschreibt, was sich daraus für die Bewertung eines konkreten Projekts ableiten lässt und was nicht.

Warum es Erlösindizes für Batteriespeicher gibt

Ein Batteriespeicher ist ökonomisch betrachtet ein Flexibilitätsanbieter. Er kauft Strom, wenn dieser günstig ist, und verkauft ihn, wenn er teuer ist. Zusätzlich kann er Leistung vorhalten, um das Netz zu stabilisieren, und wird dafür vergütet. Beide Erlösarten sind marktabhängig und schwanken erheblich.

Für Investoren, Banken und Projektentwickler entsteht daraus ein praktisches Problem. Ohne Referenzgröße lässt sich weder beurteilen, ob eine Ertragsprognose ambitioniert oder konservativ ist, noch ob ein bestehender Speicher gut oder schlecht vermarktet wird. Erlösindizes schaffen diese Referenz. Sie funktionieren methodisch ähnlich wie ein Aktienindex: Ein definierter Korb an Annahmen wird über die Zeit fortgeschrieben, sodass Veränderungen sichtbar werden.

Der entscheidende Unterschied zum Aktienindex ist allerdings, dass ein Erlösindex keine tatsächlich stattgefundenen Transaktionen abbildet, sondern eine Simulation. Kein realer Speicher hat diese Erlöse erzielt. Der Index zeigt, was ein hypothetisches System unter definierten Annahmen hätte erwirtschaften können. Diese Unterscheidung ist zentral für alles Weitere.

Die Erlösquellen, die in den Indizes abgebildet werden

Bevor die einzelnen Indizes vergleichbar werden, lohnt ein Blick auf die Märkte, aus denen sich die simulierten Erlöse zusammensetzen. Alle Indizes greifen auf dieselben Bausteine zurück, gewichten sie aber unterschiedlich.

Primärregelleistung (FCR)

Die Primärregelleistung ist die schnellste Stufe der Netzstabilisierung. Speicher halten Leistung vor, um Frequenzabweichungen innerhalb von Sekunden auszugleichen. Vergütet wird dabei nicht die gelieferte Energie, sondern die Bereitstellung der Leistung. Für Batteriespeicher war dieser Markt lange die attraktivste Erlösquelle, weil ihre Reaktionsgeschwindigkeit technisch überlegen ist. Mit dem starken Zubau an Speicherkapazität ist der Markt allerdings zunehmend gesättigt, die Preise sind entsprechend zurückgegangen.

Sekundärregelleistung (aFRR)

Die Sekundärregelleistung setzt zeitlich nach der Primärregelleistung ein und wird zweigeteilt vergütet. Es gibt einen Kapazitätsmarkt für die Vorhaltung und einen Energiemarkt für den tatsächlichen Abruf. Diese Zweiteilung ist einer der Gründe, warum Indizes hier methodisch am stärksten voneinander abweichen. Die Annahmen über Abrufwahrscheinlichkeit und Gebotsstrategie beeinflussen das Ergebnis erheblich.

Day-Ahead und Intraday

Am Day-Ahead-Markt wird Strom für den Folgetag gehandelt, am Intraday-Markt bis kurz vor der physischen Lieferung. Für Speicher ist hier die Preisspanne innerhalb eines Tages entscheidend. Je stärker die Differenz zwischen den günstigsten und den teuersten Stunden ausfällt, desto höher der mögliche Ertrag aus reiner Preisarbitrage. Mit dem Ausbau der Photovoltaik hat sich diese Spanne strukturell verändert: Mittags entstehen regelmäßig sehr niedrige und zeitweise negative Preise, abends hohe.

Laden Entladen 0 Strompreis negative Preise 0 Uhr 6 Uhr 12 Uhr 18 Uhr 24 Uhr

Schematische Darstellung ohne Maßstab. Gezeigt wird das typische Muster eines Handelstags mit hoher Photovoltaik-Einspeisung, keine realen Preisdaten. Der Speicher lädt in der Mittagsphase mit niedrigen und zeitweise negativen Preisen und speist in der Abendspitze wieder ein. Die Höhe der Preisspanne zwischen beiden Fenstern bestimmt den Erlös aus Arbitrage.

Cross-Market-Vermarktung

In der Praxis vermarktet kaum ein Speicher nur in einem Markt. Stattdessen wird die verfügbare Leistung aufgeteilt und je nach Preislage verschoben. Diese Mehrfachvermarktung ist der eigentliche wirtschaftliche Hebel, gleichzeitig aber der methodisch schwierigste Teil jeder Simulation. Jeder Index löst diese Aufteilung anders, und genau hier entstehen die größten Unterschiede zwischen den veröffentlichten Werten.

Die sieben Erlösindizes im Überblick

Die folgende Übersicht fasst den öffentlich dokumentierten Stand der jeweiligen Methodik zusammen. Sie ersetzt keine eigene Prüfung der Originaldokumentation.

Erlösindizes für Batteriespeicher im Vergleich

Stand Juli 2026

Index und BetreiberDauerMärkteAggregationZugang
ISEA Battery Revenue IndexRWTH Aachen, Lehrstuhl ISEA1 h, 2 hFCR, aFRR, Day-Ahead, Intraday, Cross-Marketabsolut, 30 und 365 Tagekostenlos
German Energy Storage Revenue IndexRegelleistung Online1 h, 2 hGroßhandel, FCR, aFRR-Kapazität365 Tage rollierendkostenlos
EERA Battery Beats Revenue IndexEERA consulting2 hFCR, aFRR, Day-Ahead, Intraday, Cross-Market365 Tage rollierendkostenlos
BESS-Co-Location-IndexBET Consulting und e2mPV-Co-LocationDay-Ahead, Intraday (Auktionen und kontinuierlich)tagesaktuell, Viertelstundenkostenlos
enervis BESS Indexenervis energy advisorsnicht spezifiziertMulti-Marketmonatlichkommerziell
ME BESS DEModo Energy1 h, 2 h, 4 hDay-Ahead, Intraday, FCR, aFRRlaufendkommerziell
Clean Horizon Storage IndexClean Horizon1 h, 2 h, 4 hDay-Ahead, Intraday, FCR, aFRRmonatlich, annualisiertGrundversion frei

Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.

Die Indizes unterscheiden sich in Marktabdeckung, Speicherdauer und Aggregationslogik. Ein direkter Vergleich der ausgewiesenen Erlöse ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Die vier frei zugänglichen Indizes

Vier der sieben Indizes lassen sich ohne Vertrag und ohne Anmeldung einsehen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie tief die Methodik offengelegt wird und welche Anlagenkonstellation sie unterstellen.

ISEA Battery Revenue Index

Offener Quellcode, höchste Dokumentationstiefe im Markt.

Betrieben wird dieser Index vom Lehrstuhl ISEA der RWTH Aachen im Rahmen des dortigen Battery Data Center. Er ist der methodisch am ausführlichsten dokumentierte Index im deutschen Markt. Simuliert wird ein Speicher mit einem Megawatt Leistung, wahlweise mit ein oder zwei Stunden Kapazität und mit einem oder zwei Zyklen pro Tag. Der angesetzte Round-trip-Wirkungsgrad liegt bei 90,25 Prozent und damit höher als bei allen anderen hier beschriebenen Indizes.

Für den kontinuierlichen Intraday-Handel werden nicht vereinfachte Indexpreise verwendet, sondern Transaktionsdaten der Strombörse, ausgewertet über ein rollierendes Optimierungsverfahren. Das ist aufwendiger als bei den meisten Wettbewerbern und führt zu realistischeren Werten für diesen Anteil. Ergänzend veröffentlicht der Index Top-Bottom-Spreads, also die Differenz zwischen den höchsten und niedrigsten Stundenpreisen eines Tages, als grobe Referenz für das Arbitragepotenzial eines Zeitraums.

Bemerkenswert ist die Offenheit der Betreiber gegenüber den eigenen Grenzen. In der Methodendokumentation heißt es sinngemäß, man verzichte bewusst auf komplexe Berechnungen zugunsten der Nachvollziehbarkeit und entferne sich dadurch von den in der Industrie üblichen Methodiken. Der Quellcode liegt öffentlich in einem Repository der Hochschule, ein Beispieltag lässt sich mit eigenen Daten nachrechnen. Wer eine Ertragsprognose prüfen möchte, kann hier jede einzelne Annahme gegenlesen.

German Energy Storage Revenue Index

Schlank und sofort nutzbar, dafür knapp dokumentiert.

Dieser Index wird von Regelleistung Online betrieben, einem auf Regelenergiemärkte spezialisierten Datenportal, und ist der schlankste der öffentlichen Indizes. Veröffentlicht werden getrennte Reihen für Ein- und Zwei-Stunden-Systeme als rollierender Durchschnitt über 365 Tage. Berücksichtigt sind Großhandel, Primärregelleistung und die Kapazitätsvermarktung in der Sekundärregelleistung, die Daten stehen direkt als Datei zum Download bereit.

Die Methodik ist deutlich knapper dokumentiert als beim ISEA-Index. Dafür ist die Nutzung unmittelbar: Wer eine schnelle Referenzgröße für einen Jahreszeitraum braucht, findet sie hier ohne Umwege. Als alleinige Grundlage für eine Investitionsentscheidung reicht die Dokumentationstiefe allerdings nicht.

EERA Battery Beats Revenue Index

Berichtet Stand-alone und Co-Location nebeneinander, begleitet von Monatsberichten.

Hinter Battery Beats steht die EERA consulting GmbH. Der Index erscheint begleitet von monatlichen Marktberichten und ist damit weniger ein reines Datenprodukt als eine fortlaufende Marktbeobachtung. Simuliert wird ein Speicher mit einem Megawatt Leistung und zwei Megawattstunden Kapazität bei zwei Zyklen pro Tag, ausgewiesen als rollierender Jahresdurchschnitt in Euro je Megawatt und Jahr, aufgeschlüsselt nach Einzelmärkten und in der Cross-Market-Variante.

Der wesentliche Unterschied zu allen anderen Stand-alone-Indizes liegt darin, dass Battery Beats zusätzlich eine Co-Location-Perspektive berichtet, also Speicher im Verbund mit Photovoltaik- oder Windanlagen, im Kontext der Innovationsausschreibung und für beide Erzeugungsarten getrennt. Für die Bewertung hybrider Projekte ist das die informativere Datenlage. Ergänzend betreibt EERA ein Dashboard zur Wirkung flexibler Netzanschlussbedingungen und dynamischer Netzentgelte auf die Speichererlöse, ein Thema, das die übrigen Indizes vollständig ausblenden.

BESS-Co-Location-Index von BET und e2m

Der einzige Index, der ausschließlich Speicher im Verbund mit Photovoltaik misst.

Dieser Index wurde im Januar 2026 von der BET Consulting GmbH gemeinsam mit der Energy2market GmbH veröffentlicht und schließt eine Lücke, die alle übrigen Indizes offenlassen. Statt einen Stand-alone-Speicher zu simulieren, quantifiziert er den zusätzlichen Erlös, den ein Speicher im gemeinsamen Betrieb mit einer Photovoltaikanlage gegenüber reinem Photovoltaikbetrieb erzielt. Gerechnet wird tagesaktuell in Viertelstundenauflösung über Day-Ahead, Intraday-Auktionen und kontinuierlichen Intraday-Handel, unter Einbezug veröffentlichter Marktwerte und Wetterdaten zur Einspeisung.

Methodisch besonders relevant ist die Differenzierung nach drei Speichertypen entlang des Paragrafen 19 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes: Grünstromspeicher ohne Netzbezug unter Erhalt der EEG-Qualität, Graustromspeicher mit möglichem Netzbezug und Verlust der EEG-Qualität, sowie Mischstromspeicher, bei denen ein Netzbezug über ein Messkonzept ohne Verlust der EEG-Qualität möglich wird. Diese Unterscheidung findet sich in keinem anderen Index.

Kommerzielle Angebote und europäische Abdeckung

Die verbleibenden drei Indizes sind ganz oder in Teilen kostenpflichtig. Sie bieten dafür Perspektiven, die in den frei zugänglichen Reihen fehlen, etwa längere Speicherdauern, einen Blick auf künftige Erlöspotenziale oder den Vergleich über mehrere europäische Märkte.

enervis BESS Index

Blickt als einziger nach vorn statt nur zurück, dafür nicht öffentlich.

Betreiber ist die enervis energy advisors GmbH, ein Beratungshaus mit Schwerpunkt Energiemarktanalyse. Der Index ist Teil des Produktportfolios und nicht als frei zugängliches Chart veröffentlicht. Er wird monatlich fortgeschrieben und verbindet historische Marktdaten mit einer hauseigenen Einsatzoptimierung.

In einem Punkt unterscheidet er sich von allen frei zugänglichen Indizes: Neben der Rückschau werden auch zukünftige Erlöspotenziale ausgewiesen. Damit richtet er sich weniger an die laufende Marktbeobachtung als an die Bewertung geplanter Projekte, etwa in Finanzierungsgesprächen. Ergänzend gibt es ein Onlinewerkzeug, mit dem sich eigene Projekte gegen die hauseigenen Strommarktszenarien rechnen lassen, für Stand-alone- wie für Co-Location-Konfigurationen.

Modo Energy ME BESS DE

Deckt als einziger deutscher Benchmark Vier-Stunden-Systeme ab.

Modo Energy betreibt seit Jahren Speicher-Benchmarks für den britischen Markt und hat im Mai 2026 eine deutsche Variante gestartet. Abgedeckt sind Ein-, Zwei- und Vier-Stunden-Systeme über Day-Ahead, Intraday sowie Primär- und Sekundärregelleistung.

Die Vier-Stunden-Konfiguration ist ein Alleinstellungsmerkmal, weil alle übrigen deutschen Indizes bei zwei Stunden enden. Für Projekte mit längerer Speicherdauer ist das derzeit die einzige direkt verfügbare Referenz. Der vollständige Datenzugang läuft über die kostenpflichtige Analyseplattform des Anbieters, einzelne Auswertungen erscheinen begleitend als Fachbeiträge.

Clean Horizon Storage Index

Europaweit, mit Bruttoerlösen und einem Methodenwechsel Anfang 2026.

Clean Horizon ist ein auf Energiespeicher spezialisiertes Beratungshaus und betreibt den einzigen hier beschriebenen Index mit europaweitem Zuschnitt, fünfzehn Marktgebiete von Deutschland über Frankreich und Italien bis zu den nordischen Ländern. Die Systemannahmen weichen von den deutschen Indizes ab: 85 Prozent Round-trip-Wirkungsgrad, 1,5 Zyklen pro Tag, vollständige Verfügbarkeit.

Zwei Punkte sind für die Interpretation entscheidend. Es handelt sich ausdrücklich um Bruttoerlöse, Netzentgelte, Steuern und die Kosten des Ladezustandsmanagements sind nicht enthalten. Und der Monatswert wird annualisiert ausgewiesen, also mit zwölf hochgerechnet, was bei ausgeprägter Saisonalität als Jahresprognose missverstanden werden kann.

Im Januar 2026 hat der Betreiber die Methodik grundlegend geändert. Zuvor bildete der Index die Erlöse eines marginalen Megawatts ab, das sich frei auf allen Märkten bewegen konnte, also den bestmöglichen Grenzertrag. Seither fließen die tatsächlich verfügbaren Marktvolumina und die im jeweiligen Land installierte Speicherkapazität ein, der Index zeigt damit das durchschnittliche statt das marginale Megawatt. Zusätzlich wurde von Stunden- auf Viertelstundenschritte umgestellt. Wer Werte aus 2025 mit Werten aus 2026 vergleicht, vergleicht zwei Berechnungslogiken.

Ergänzende Quellen ohne Indexcharakter

Neben den beschriebenen Indizes veröffentlichen einzelne Anbieter Analysen, die inhaltlich ähnlich wirken, methodisch aber etwas anderes sind. Ein Beispiel ist die Analysereihe des Softwareanbieters phelas, die Erlöspotenziale von Speichern im Verbund mit Photovoltaik- und Windanlagen unter Berücksichtigung der gleitenden Marktprämie untersucht.

Solche Veröffentlichungen sind fachlich fundiert und können als Orientierung dienen. Sie sind aber keine fortlaufend fortgeschriebenen Indizes, sondern Szenariorechnungen, die der Anbieter selbst als illustrativ und auf vereinfachten Modellannahmen beruhend kennzeichnet. Für einen Zeitreihenvergleich eignen sie sich nicht, für das Verständnis von Wirkungszusammenhängen durchaus.

Warum die Indizes unterschiedliche Werte zeigen

Wer zwei Indizes für denselben Monat nebeneinanderlegt, wird Abweichungen finden. Vier Ursachen erklären den größten Teil davon.

1
Systemkonfiguration
Ein Ein-Stunden-Speicher verdient anders als ein Vier-Stunden-Speicher. Ihm steht für Arbitrage weniger Energie zur Verfügung, dafür lässt er sich im Regelleistungsmarkt effizienter einsetzen. Ebenso verschiebt die angesetzte Zyklenzahl das Ergebnis erheblich.
2
Wirkungsgradannahme
Zwischen 90,25 und 85 Prozent liegen gut fünf Prozentpunkte. Sie wirken bei jedem einzelnen Lade- und Entladevorgang auf die verkaufbare Energiemenge und summieren sich über ein Jahr spürbar auf.
3
Marktabdeckung
Ein Index, der den kontinuierlichen Intraday-Handel über echte Transaktionsdaten abbildet, kommt zu anderen Werten als einer, der einen vereinfachten Indexpreis verwendet. Auch die Frage, ob aFRR-Energie enthalten ist, verschiebt das Ergebnis.
4
Brutto oder netto
Netzentgelte, Steuern und Betriebskosten sind in mehreren Indizes ausdrücklich nicht enthalten. Ein Vergleich mit einer Projektkalkulation, die diese Positionen berücksichtigt, führt daher systematisch in die Irre.

Hinzu kommt, dass Methodiken über die Zeit angepasst werden. Wer längere Zeitreihen auswertet, sollte prüfen, ob innerhalb des Betrachtungszeitraums ein Methodenwechsel stattgefunden hat. Andernfalls werden Veränderungen der Berechnungslogik als Marktentwicklung fehlgedeutet.

Und selbst bei unveränderter Methodik bleibt der Markt nicht stehen. Die folgende Auswertung des ISEA-Index zeigt, wie sich die Zusammensetzung der Cross-Market-Erlöse innerhalb von zwei Jahren verschoben hat. Der Anteil der Sekundärregelleistung aus dem Energiemarkt ist von gut vierzig auf rund zehn Prozent gefallen, während die Kapazitätsvermarktung von gut einem Drittel auf knapp sechzig Prozent gestiegen ist. Der Beitrag des kontinuierlichen Intraday-Handels ist dagegen weitgehend stabil geblieben. Ein Indexwert aus dem Jahr 2024 beschreibt damit eine andere Erlösstruktur als derselbe Index heute.

Anteil der Märkte an den Cross-Market-Erlösen

Jul 2024 bis Jul 2026

100 %75 %50 %25 %0 % 36 % 42 % 21 % 59 %10 %30 % aFRR-KapazitätaFRR-EnergieIntraday kont.FCR unter 1 % Jul 24Okt 24Jan 25Apr 25Jul 25Okt 25Jan 26Apr 26Jul 26
0 %50 %100 %36 %42 %21 %Jul 24Jan 25Jul 25Jan 26Jul 26
aFRR-Kapazität36 % auf 59 %
aFRR-Energie42 % auf 10 %
Intraday kontinuierlich22 % auf 30 %
FCRunter 1 %

Anteil der einzelnen Märkte an den Cross-Market-Erlösen, 365-Tage-Durchschnitt. Datengrundlage: ISEA Battery Revenue Index, Lehrstuhl ISEA der RWTH Aachen, Systemkonfiguration zwei Stunden mit zwei Zyklen pro Tag, Stand Juli 2026. Die Darstellung zeigt Anteile, nicht Erlöshöhen.

Was ein Erlösindex über ein konkretes Projekt aussagt, und was nicht

Alle frei zugänglichen Indizes mit Ausnahme des Co-Location-Index simulieren Stand-alone-Speicher mit vollem Zugang zu den Regelenergiemärkten. Das ist eine bewusste Vereinfachung, die den Vergleich zwischen Zeiträumen ermöglicht, aber nicht jede reale Anlagenkonstellation abbildet.

Ein Speicher, der hinter dem Netzanschluss einer Erzeugungsanlage betrieben wird, arbeitet nach anderer Logik. Seine Erlöse entstehen aus der Vermeidung von Abregelung, aus der Verschiebung von Einspeisemengen in wertvollere Zeitfenster über Day-Ahead und Intraday, und aus der Vermeidung von Einspeisung in Stunden mit negativen Preisen. Ein Zugang zu den Regelenergiemärkten besteht in dieser Konstellation regelmäßig nicht. Wer einen Stand-alone-Index unverändert auf ein solches Projekt überträgt, rechnet mit Erlösquellen, die dort nicht zur Verfügung stehen.

Merksatz

Ein Erlösindex beschreibt den Markt, nicht das Projekt. Er eignet sich, um eine Prognose auf Plausibilität zu prüfen, nicht um sie zu ersetzen.

Sinnvoll eingesetzt sind Indizes daher als Plausibilitätsprüfung. Wenn eine Ertragsprognose deutlich über dem liegt, was ein vergleichbar konfigurierter Referenzspeicher im selben Zeitraum erwirtschaftet hätte, ist die Abweichung erklärungsbedürftig. Umgekehrt gilt dasselbe. Als Ersatz für eine projektspezifische Simulation, die Standort, Netzanschluss, Vermarktungsvertrag und Betriebskosten berücksichtigt, taugen sie nicht.

Thomas Haberl

Über den Autor

Thomas Haberl

Thomas Haberl begleitete als Mitgründer und Sales Director der DRACOON GmbH den gesamten Zyklus von der Gründung bis zum erfolgreichen Exit an ein US-Softwareunternehmen im Jahr 2023. Unter seiner Führung skalierte das Unternehmen auf über 100 Mitarbeiter und wurde Marktführer für sicheres File-Sharing in DACH-Raum. Heute transferiert er diese Expertise in die Strategieberatung und Geschäftsführung der OHANA Invest GmbH.

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Häufige Fragen

Ein Battery Revenue Index simuliert, welche Erlöse ein definierter Referenzspeicher an den Strommärkten in einem bestimmten Zeitraum hätte erzielen können. Grundlage sind historische Marktdaten und feste Annahmen zu Systemgröße, Wirkungsgrad und Vermarktungsstrategie. Es handelt sich um eine Modellrechnung, nicht um die Abrechnung realer Anlagen.

Frei zugänglich sind der ISEA Battery Revenue Index der RWTH Aachen, der German Energy Storage Revenue Index von Regelleistung Online, der EERA Battery Beats Revenue Index sowie der BESS-Co-Location-Index von BET und e2m. Der Clean Horizon Storage Index ist in seiner Grundversion ebenfalls frei verfügbar.

Weil sie unterschiedliche Referenzsysteme simulieren. Systemdauer, Zyklenzahl, Wirkungsgrad, abgedeckte Märkte und die Frage, ob Brutto- oder Nettoerlöse ausgewiesen werden, unterscheiden sich zwischen den Anbietern erheblich. Hinzu kommen Methodenwechsel innerhalb eines Index über die Zeit.

Nur eingeschränkt. Ein Index beschreibt ein Referenzsystem unter Standardannahmen. Abweichungen bei Netzanschluss, Systemauslegung, Vermarktungsvertrag und Betriebskosten führen zu abweichenden Ergebnissen. Als Plausibilitätsprüfung für eine vorliegende Prognose ist ein Index gut geeignet, als Ersatz für eine projektspezifische Rechnung nicht.

Hinweis: Die in diesem Beitrag beschriebenen Indizes sind Simulationen von Referenzsystemen auf Basis historischer Marktdaten. Sie stellen keine Prognose für ein konkretes Projekt und keine Anlageberatung dar. Die Angaben zu Methodik, Systemannahmen und Zugang geben den öffentlich dokumentierten Stand der jeweiligen Anbieter zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich ändern. Zwischen OHANA Invest und den genannten Indexbetreibern besteht keine geschäftliche Verbindung.

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